Sonntag, 8. Mai 2016

George- ein Flüchtling im Glück Teil2

Unsere schöne Geschichte rückte schon ein wenig ins Langzeitgedächtnis, da wollte ich mein, dem Tierheim salopp angekündigtes Versprechen, einlösen. Schönes Heu und Hasengourmetfutter wollte ich vorbeibringen, das war der Plan. Für die Hasencommunity als Weihnachtskalender sozusagen. Bei der Gelegenheit wollte ich auch eine Fotosession des Asylanten für meinen Blogbeitrag dieser schönen Geschichte starten.
Als ich nun freudig bepackt wie Knecht Ruprecht im Tierheim ankam, um den glücklichen Rammler zu besichtigen, gab es betretene Gesichter. "George" so wurde er getauft sei vermittelt, war die Aussage.

Was war passiert?

Nachdem George flugs seiner Männlichkeit beraubt war, meldete sich eine Familie, die eine Kaninchenwitwe betreuten. Diese sehnte sich nach einem gesetzten Herren, ohne Anhang und sexuellen Bedürfnissen. Sie hatte  ziemlich hohe Ansprüche, die Familie suchte schon ein Weilchen.
Was soll ich sagen, der gute George, dem sicheren Tod durch geschickte Flucht entkommen, hatte sogar eine neue Bleibe mit Damengesellschaft ergattert.
Das ist als Deutscher Riese ( aus dieser Familie stammt er), im wahrsten Sinne des Wortes, eigentlich mehr als riesig, sondern schon grandios.
Eine solche Vermittlung kommt so gut wie nie vor. Riesen Kaninchen finden selten neue Fans. Seine Zukunft hätte er wohl im Tierheim verbracht. Nicht schlecht, doch das Glück ergoss sich über ihn, wie Sterntaler den Goldregen.
Meine Spachlosigkeit wandelte sich in Riesenfeude. Diese übertrug sich auch auf die Tierheimmitarbeiter, denn wenn ich mich freue, geht ganz schön was ab.

 Fotosession fiel aus

Ich bat, meine Telefonnummer an die neuen Vermieter von George weiterzuleiten. Für Fotos in einer anderen Location.
Das Hasengourmetpaket zurücklassend ging es mit leichtem Herzen zurück.

Soviel Glück muss verarbeitet werden.

Die Zeit verging, mein Blogbeitrag wurde verschoben, verschoben, verschoben....auch ob meiner Schreibträgheit.
Bis eines Tages mein Telefon klingelte und sich die neuen Vermieter von George meldeten.
Die Freude war groß, da war er wieder, mein Glückshase.
Schnell waren wir uns einig, George würde mich empfangen und Fotos könnten nachgeholt werden.
Leider wohnt Georgieboy nicht so um die Ecke, es hat ihn in den Harz verschlagen. Also schon deutlich: ein Ausflug.
Mann, Hunde, Kamera eingepackt und das Ganze mit einer Wanderung ( bei strömenden Regen ) verbunden, lernten wir eine neue Ecke des Harzes kennen. Lernmomente hören eben nicht auf.
Die gesendete Adresse war schon von außen sehr prächtig anzusehen. Doch was uns innen erwartete war einfach nur: der Hammer!

Ist das noch Wirklichkeit?

Noch nie habe ich so schöne Kaninchenbehausungen gesehen. Die Familie hatte nämlich ausser 2 Hunden gefühlt 5 Katzen an die 30 Kaninchen.
Sie haben es sich zu der bewunderswerten Aufgabe gemacht, Tieren in Not zu helfen. Und das mit einer solchen Liebe und Hingabe, die ich selten so erlebt habe.
Ich kann euch sagen, George ist ins Kaninchen beverly hills gezogen, schöner gehts nicht. Penibelst sauber, feinstes Interieur, mit wunderbaren Speisen versorgt und reichhaltigem Sportprogramm, es geht nicht besser. Ein Traum.
Wir konnten nicht aufhören zu staunen und bewundernd die ingenieursmäßig durchdachten "Villen" der Nager zu bestaunen. Beheizt und behaglich.Und natürlich "unseren George". Etwas groß war er geworden, um nicht zu sagen, riesig. Leider auch sehr scheu. Seine Psyche hat auf der Flucht wohl tiefe Verwundungen erlitten.
Doch seiner neuen Frau ist er ein guter Partner. Und lebt nun hoffentlich glücklich bis an sein Lebensende in seiner komfortablen Behausung.
Vielen, vielen Dank an seine Betreuer, dass sie so etwas wunderbares möglich machen.

Mister George
Die Terrasse des Anwesens

Ein Deutscher Riese betritt gleich seine Villa


Innenraum mit Dame links

Der Freizeitpark






























Hier ist nun die Story von George im Glück zuende. So ein Happyhappyend.

Ich hoffe euch gefällt die Geschichte auch so gut wie uns.

Geniesst den schönen Mai
Eure



Ach, ja übrigens hat sich der Hasenzüchter, dem George vom Schafott entsprungen ist, auch gemeldet. Und das Kanichnchen- Glück akzeptiert. Auch schön.

Und....

Ich möchte an dieser Stelle auch im Namen dieser Familie um etwas bitten:
Schafft euch nie, niemals unbedacht ein Tier an. Nicht zu Ostern, nicht zu Weihnachten. Jedes Tier bedeutet viel Verantwortung, Mühe, Kosten. So etwas bitte nicht spontan entscheiden. Auch nicht als erzieherischen Massnahmen: "da lernen die Kinder doch Verantwortung".
Und schon gar keine Käfigtiere, vielleicht auch noch in Einzelhaft. Kaninchen und Meerschweinchen und Co. akzeptable Lebensbedingungen zu schaffen, ist nicht einfach.

Wenn man bereit ist, Freude an Tieren hat und diese große Verantwortung tragen möchte, ist es wunderbar. Doch nur dann ist es auch für die Tiere gut.

Und nicht wenn man dann doch merkt, dass man überfordert ist, oder das Wesen nicht dem Bullerbü entspricht, dass man im Kopf hatte.

Die übliche "Tierhaarallergie" die dann oft schlagartig hereinbricht,  ist wirklich eine wirklich miese Ausrede.

Überhaupt: Hasen auf engsten Raum zu sperren, ohne Licht und Bewegung, um sie dann übel zu töten, das-geht schonmal gar nicht!










Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen