Donnerstag, 30. Juni 2016

Fasten- mit paradiesischer Leere in ungeahnte Höhen

Immer wieder gern: Veränderung auf allen Ebenen. So auch im ebenschoener Kosmos.
Das Haus mal wieder umgeräumt, Bäder neu geplant, den Garten umgebuddelt, Bücher kistenweise aus den Regalen verbannt. Es wird fleißig, stets und ständig verändert.
Und irgendwann, das war ja klar, war der eigene Körper dran. Da bestand auch mal Renovierungbedarf. Das gute Leben schmiegte sich wie ein flauschige Decke, sanft, aber sicher um die Hüften. Auch bei mir.

Mit GEO fing es an

Durch einen Artikel über die wundersame Kraft des Fastens in der Geo kam der weltbeste aller Ehemänner mit dem Wunsch: er möchte das auch einmal ausprobieren.
Geplant war das schon einige Jahre, doch naja...planen ist eben nicht alles. Meistens scheiterte es am mangelnden Zeitfenster. Sei es Schwiegermuttis Kaffeetafel, oder sonstige kulinarische Verlockungen, irgendwas war immer. Um kreative Ausreden sind wir selten verlegen und vor allem stets sehr einig.
Da ich bereits einige Male gefastet habe, praktisch ein alter Fastenhase, wusste ich, dass es schon Sinn macht sich mal ein paar Tage auszuklinken aus dem hektischen Alltag, damit es nicht ins Elend läuft. Hatte ich beim letzten Fastenexperiment doch extreme Kopfschmerzen und fühlte mich wie ein ausgewrungener Lappen. Das hielt meine Motivation zum Revival einige Jahre in Grenzen.

Loslassen mal ganz speziell


Das schöne lange Himmelfahrtwochenende bot sich an, der Geoartikel spendete Motivation, der Fastenratgeber lag bereit.Keine Einladungen oder Außenaktivitäten störten den Plan. Nur Tees, Säfte, Gemüsebrühe und die "Darmentleerung".
Und da wartet entweder das fiese Glaubersalz oder der schnöde Einlauf. Beide bergen etwas  gewöhnungsbedürftige Momente in sich.
Wobei, trickyy, Glaubersalz mit Strohhalm getrunken, geht wirklich wunderbar. Alter Apothekertipp, sehr wirkungsvoll. Es ist schon unten bevor man es schmeckt.

Warum haben wir solange gewartet?


Los gings und kaum zu glauben, es ließ sich wunderbar an. Die von uns gefürchteten ersten Tage vergingen in schönster Harmonie. Es wurde so richtig gemütlich. Wir  haben unsere Körper wie ein 80 jähriges Mütterchen behandelt, dem man liebevoll über die Strasse hilft. Hier ein paar Schrittchen, dann wieder ausruhen, da wieder ein paar Schrittchen, stets der Befindlichkeit nachspüren. Und ein Mittagsschläfchen, wie schön ist das denn?
Rein körperlich haben wir alles gemacht, was wir sonst machen am: morgendliche Laufrunden, mit den Hunden durch den Wald gestreift, im Garten und Haus herumgewerkelt, gelesen,Teepäuschen eingelegt, Erholung pur.
Es war einfach nur herrlich, wir waren ganz auf uns und jeder für sich auf seinen Körper konzentriert.
Der fantastisch auf Autopilot umstellt. Der Hunger bleibt (durch den leerenDarm) als erstes auf der Strecke, der Appetit, durchaus angenehm, wegen der Vorfreude auf Kommendes, verliert auch an Sendungsbewusstsein. Wir konnten in Kochbüchern blättern und uns an den schönen Dingen freuen, ohne Verlangen. Darmeinläufe wachsen einem rasant ans Herz und werden zur täglichen Routine.
Die Freude auf unsere hausgemachte Gemüsebrühe am Mittag war der Gig des Tages. Bei Licht betrachtes ein fades Süppchen, im Fastenmodus göttlicher Nektar.
Auch die Säfte, wahre Genussexplosionen. Die Schönheit eines Sauerkrautsaftes kann man wirklich nur im Fastenmodus in vollsten Zügen geniessen.

High

Und weil wir so anständige Schüler waren, stellte sich auch ab Tag 3 das  sogenannte Fastenhigh mit voller Wucht ein. Unglaublich, wie gut man sich fühlen kann. Der Körper so kräftig, der Geist so klar, die Stimmung so hell. Als ob man nach einem schmuddeligen Winter die Fenster putzt. Alles so schön bunt hier, würde ich sagen.
Aus Vernunftsgründen haben wir für den Anfang nur eine Woche gefastet. Obwohl wir es gern länger genossen hätten. Denn es lief sogar im Arbeitsalltag bestens. Doch die Vernunft siegte, wir wollten es nicht gleich übertreiben.Wiederholung steht auf jeden Fall an.

Fazit:

Allein für dieses wahnsinnig gute Körpergefühl lohnt es sich zu fasten. Wie unglaublich gut gewohnte Lebensmittel nach dem Fasten schmecken können, ist ebenso spektakulär. Als ob einem ein Englein auf die Zunge pinkelt :-)
Man lernt sich und seinen Körper wieder einmal neu kennen. Faszinierend, wie toll das ganze System funktioniert. Und wie schön es sich anfühlt, sich ganz auf sich zu besinnen, nach innen zu hören. Leicht und schwerelos, kein Lüftchen regt sich, keine Mattheit nach einer üppigen Mahlzeit stellt sich ein. Nur Stille und Harmonie.
Ja und unglaublich, es ist schon einige Zeit vergangen, ein gutes Gefühl bleibt und wirkt sich bis heute aus. Was genau, schreibe ich euch in einem neuen Beitrag. Ihr dürft gespannt sein.

Ich hoffe ich habe euch jetzt einmal so richtig Appetit aufs "Nichtessen gemacht".
Unsere Fastenbrecherapfelfreunde

Lecker

Eure



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